Dortmund Open Arts

 

Malerische Momente für Gourmets

Ausstellung

gezeigt werden 17 Gemälde in Acryl und Öl - Landschaften, Portraits und Stillleben. Inspirationen aus dem Süden…

 

Ausstellung im

Hotel Dresel

Rummenohler Str. 31

58091 Hagen

 

 

Wochenkurier AnS, 20.01.10

Farben der Gefühle

Bei Christiane Kranendonk ist jeder Mittwoch Maltag

Malerei ist Leben: Das zweite Gesicht im Spiegel - eine von Christiane Kranendonks Arbeiten. (Foto: privat)Malerei ist Leben: Das zweite Gesicht im Spiegel - eine von Christiane Kranendonks Arbeiten. (Foto: privat)
Hagen. (AnS, 20.01.10) „Im Prozess der Malerei lösen sich für einige wertvolle Momente alle Konturen auf, die das Leben setzt, ich bin mir selbst ganz nah, werde eins mit Farbe, Form und Linien und geleitet von einer nicht erklärbaren Intuition“, sagt Christiane Kranendonk über ihr Hobby, das fast Profession ist: Die leidenschaftliche Künstlerin drückt auf ihre ganz persönliche Art Gefühle, Träume und Erlebnisse gemalt und gezeichnet auf Leinwand aus.

Buntstifte und Malblock waren schon im zarten Kleinkindalter nicht vor der gebürtigen Hagenerin sicher. „Schon damals zog ich mich in jeder freien Minute am liebsten zum Malen in mein Zimmer zurück“, erinnert sich die 39-Jährige. Kunst beherrschte auch weiterhin ihr Leben, das Fach begleitet sie durch Schulzeit und Abitur. Wenig künstlerisch war zunächst ihr Ausbildungsberuf als Arzthelferin, der ihr aber zum Malen immer weniger Zeit ließ. „Auf einer Zugfahrt reifte der Entschluss, mein Leben zu ändern und noch mal neu anzufangen,“ erinnert sie sich.

Heute ist die 39-Jährige Lehrerin an einer Realschule für Deutsch und Kunst und kann Beruf und Neigung miteinander verbinden: Zahlreiche Projekte mit Kinder und Jugendlichen entstanden während ihrer Arbeitszeit.

Und trotzdem: Viel Freizeit für Farbe und Pinsel bleibt ihr nicht. Deshalb ist jeder Mittwoch bei Kranendonk ein „heiliger“ Tag. „Dann ist nämlich Maltag,“ erzählt die Hagenerin. Es werden Leinwand und Palette ausgepackt, Bilder vervollständig, es wird mit Farben experimentiert oder einfach in Kunstbüchern studiert.

Um sich noch intensiver ihrem Hobby widmen zu können, legt Christiane Kranendonk ab Sommer 2010 sogar ein sogenanntes Sabbatjahr ein und erfüllt sich mit dieser zwölfmonatigen Auszeit einen kleinen Traum: Sie eröffnet in Hagen eine Malschule, um ihr Wissen weiterzugeben und andere - sowohl Kinder als auch Erwachsene - zum Malen anzuregen. Platz zum Arbeiten ist ein weiterer Aspekt, der mit der Malschule in Erfüllung geht: „Zur Zeit,“ lacht sie, „ist unser Wohnzimmer Atelier und Ausstellungsraum zugleich.“

Zudem möchte die Künstlerin ihre Energiereserven wieder aufladen, zu neuen Inspirationen finden. Reisen sind in diesem Zeitraum geplant. „Meiner besonderen Liebe gilt der Natur, insbesondere dem Meer, weiten Landschaften und Wäldern. Immer wieder versuche ich Raum für Gefühle, Wahrnehmungen und Erlebnisse zu finden, die sich in Bildern oder auch in Gedichten ausdrücken lassen. Eine Landschaft zu malen, bedeutet daher für mich nicht, sie zu malen, wie man sie sieht, sondern wie ich sie sehe, empfinde und in mir aufnehme.“
Auf einen bestimmten Stil hat sich Christiane Kranendonk nicht festgelegt. Sie ist in vielen Techniken zu Hause: Mit Öl, Aquarell, Bleistift, Kohle, Pastell und Acryl zaubert sie Stimmungen und ganz unterschiedliche Thematiken aufs Papier: die feurig-rote Flamenco-Tänzerin, die zarte Balletttänzerin, das detailgenaue Stillleben mit Marmeladenglas oder Musikinstrument, Kinder in Kriegssituationen, reife gelbe Zitronen am Baum, abstrakte Portraits oder auch orange-rote Sonnenuntergänge. „Ich möchte mich nicht festlegen, bin immer auf neuer Motivsuche.“

Anregungen findet sie auch bei Künstlern der Vergangenheit wie Rembrandt, Michelangelo, Monet oder auch Modersohn-Becker. „Aber auch Träume, Erlebnisse und das Beschäftigen mit meiner inneren Welt führen zu neuen Bildern. So eine Malerei ist ein besonderes Erlebnis, welches sich nur schwer in Worte fassen lässt und das Ergebnis ist häufig überraschend - sogar für mich selbst.“

Ihre Werke signiert sie seit einigen Jahren unter dem Namen „lucane“. Eine Mischung aus einem Liedtitel, ihrem Spitznamen „ane“, einem befreundeten Kind mit Namen Luca und dem Schutzpatron der Maler „Lukas“.
„Die Malerei ist nunmehr auch mein Leben und nicht mehr nur ein Teil meiner selbst,“ dieser Satz drückt die Leidenschaft aus, mit der Christiane Kranendonk ihr Hobby betreibt. Sie selbst drückt ihr Gefühl am liebsten mit einem Zitat von Marc Chagall aus: „Ich musste einen besonderen Beruf finden, eine Beschäftigung, die mich nicht zwingen würde, mich vom Himmel und den Sternen abzuwenden, und die mir es erlauben würde meinen Sinn des Lebens zu finden. Ja genau, das suche ich!“

Die nächste Ausstellung von „lucane“ mit dem Titel „Meerblicke“ ist ab dem 7. Februar in der Fleyer Straße 53 zu sehen.

 

Ausstellung Tanzschule Stein Hagen

Thema: Kunst auf dem Parkett

Eine Bildreihe über Emotionen

In meinen Bildern geht es um den jeweiligen Ausdruck der Figuren. Im Vordergrund steht nicht das reine Abbilden, sondern es geht um die Emotionalität, die im Alltag häufig verdrängt wird, weil der Mensch durch seine Arbeit und viele Verpflichtungen sich selbst häufig nicht mehr wahrnimmt und spürt.


 

Das erste Bild "In Gedanken", zeigt eine Frau, die ganz versunken ist und sich nur mit ihrer Innenwelt beschäftigt ist. Sie umgibt ein nicht definierter Raum, der im Hintergrund bedrohlich wirkt, da die Farben Rot und Schwarz sowie Grautöne dominieren. Zum Vordergrund hin hellt sich der Raum jedoch auf - ein Zeichen für Hoffnung und Veränderung.

 

 

 

 

In dem Gemälde Innere Betrachtung wird auch wieder eine Frau in Szene gesetzt, die sich selbst anblickt, und zwar in Form eines Spiegelbildes im Wasser eines alten Brunnens. Das Spiegelbild zeigt jedoch ein Gesicht, das ihr ähnelt, aber es ist nicht genau ihr Gesicht. Hier geht es darum, dass der Mensch sich manchmal nicht erkennt, obwohl er sich selbst sucht. Er blickt immer auch in sein Inneres während er versucht sich objektiv zu betrachten. Es ist die Suche nach Identität nach Individualität nach Erkenntnis.

 

 

 

Im nächsten Bild „Verführung“ geht es um die Sexualität, um Verführung um Bindungen, Loslösung, Suche nach sich selbst und dem anderen. Das ewige Spiel der Liebe. Es dominieren Rot- Töne. Das Bild zeigt eine Mischtechnik mit Acrylfarbe und Kohlezeichnungen.  

 

Bei dem Bild "Intime Begegnung" geht es um die Entrücktheit, die ein Paar erleben kann. Ein Paar, das völlig versunken ist und ganz für sich eine eigene Wirklichkeit erfährt, dass sich hingibt, aber dabei zeigt wie verletzlich beide in ihrer "Intimen Begegnung auch sind". Sie wenden sich ab voneinander und dennoch sind sie miteinander verbunden. Jeder erlebt diesen Moment, auch den der Verbundenheit für sich selbst. Hier steht ein Paar im Vordergrund, zwei Menschen und ihre Begegnung und nicht der Akt als solches.

 

Die "Tänzerin in blauem Kleid" zeigt eine Frau, die sich ihrer Leidenschaft, der des Tanzes voll und ganz hingibt. Sie ist so versunken, dass sie sich fühlt wie auf Wolken, was durch den Hintergrund der keine Grenze zwischen Himmel und Erde zeigt dargestellt ist. Hier geht es um die "Leichtigkeit des Seins". Der Mensch ist ganz bei sich, wenn er seine Gefühle ausleben kann. Die Augen der Tänzerin sind deshalb auch geschlossen.

 

Hingabe und Leidenschaft erfährt auch der Betrachter der Flamencotänzerin, die sich auch nur auf den Tanz, die Musik und sich selbst konzentriert. Bei den Bildern steht der Tanz immer für Freiheit, Zurückgezogensein und einen selbst erwählten Raum, den sich die Tänzer suchen, um sich vor der anderen Welt zurückziehen zu können und um nur ganz bei sich zu sein. Die andere Welt (Außenwelt= der Betrachter) darf aber teilhaben, beobachten und mitempfinden...

 

Die Seiltänzerin geht Schritt für Schritt auf ihrem Seil entlang. Sie lässt die Dunkelheit hinter sich und geht dem Licht entgegen. Sie flieht vor der Bedrohung des Alltags, der schrecklichen Nachrichten aus aller Welt - abgehoben auf einem Seil, umgeben von Wolken und Licht geht sie behutsam aber sicher einer guten Zukunft entgegen. Sie bleibt nicht stehen, sondern sie bewegt sich mit ihrer Kraft voran und leistet ihren Beitrag - so viel wie sie sich zutraut. Sie hat die Augen geöffnet und beobachtet sich selbst, ihre Schritte, denn sie weiß, dass nur sie sich schützen kann, indem sie ihre Füße richtig setzt, ihren Weg in die richtige Richtung geht. Immer voran - dem Licht entgegen.

Es gibt dann noch zwei Bilder, die das Mädchen mit dem Perlohrring von Vermeer und die Delphsche Sibylle von Michelangelo zeigen. Zwei Frauen, die für eine andere Zeit stehen. Diese Bilder drücken nur meine Verehrung für die alten Meister aus.

Das Landschaftsbild "Wolken am Meer" ist losgelöst von der anderen Reihe. Am Meer entwickeln sich häufig meine Gedanken, die später zu Bildern werden. Es ist für mich der Ort, an dem ich mir selbst ganz nach bin.